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Was ist ein DAS? So funktionieren verteilte Antennensysteme

Was ein Distributed Antenna System (DAS) ist, wie es funktioniert und wo es eingesetzt wird: Flughäfen, Tunnel, Stadien und große Gebäude. Hauptkomponenten, Frequenzbänder und Überwachung der Funkversorgung.

  • 21. August 2026
  • 7 Min. Lesezeit
  • Teleproject

Einleitung

Unterbrechungsfreie Kommunikation ist heute unverzichtbar — besonders in weitläufigen Räumen, in denen die Funkversorgung an ihre Grenzen stößt: Flughäfen, lange Straßentunnel, Stadien, Hochhäuser. Um sie sicherzustellen, braucht es dedizierte Lösungen: Distributed Antenna Systems (DAS). Wir erläutern, was ein DAS ist, wie es funktioniert und wo es den entscheidenden Unterschied macht.

Was ist ein verteiltes Antennensystem (DAS)?

Ein Distributed Antenna System (DAS) ist ein Netz von Antennen, das den Funkdienst innerhalb eines Gebiets oder Gebäudes verteilt. Sein Zweck ist es, die Mobilfunkversorgung dort zu verbessern, wo das Signal durch Betonwände, Stahlkonstruktionen oder die schiere Größe der Struktur behindert oder geschwächt wird. Anstatt sich allein auf Mobilfunkmasten zu verlassen, verteilt das DAS das Signal gleichmäßig über das gesamte Gebiet — auch an den schwierigsten Punkten.

Es gibt drei Architekturen, die aktive, die passive und die hybride: Wir vergleichen sie im nächsten Abschnitt im Detail.

Aktives, passives oder hybrides DAS: die richtige Wahl

Das aktive DAS transportiert das Signal über Glasfaser: Eine zentrale Einheit empfängt das Signal von den Basisstationen, digitalisiert es und schickt es an die Remote-Einheiten, die es verstärken und über die Antennen abstrahlen. Die Glasfaser bringt keine nennenswerten Verluste mit sich, deshalb sind die überbrückten Distanzen lang, mehrere Betreiber teilen sich dieselbe Infrastruktur und die Kapazität lässt sich dorthin verschieben, wo sie gebraucht wird. Es ist die Wahl für Flughäfen, Stadien, große Komplexe und lange Tunnel.

Das passive DAS verteilt das Signal ausschließlich über passive Komponenten: Koaxialkabel, Splitter und Koppler, ohne jede Verstärkung entlang der Verteilung. Die Quelle ist typischerweise ein Off-Air-Repeater, der das Signal der Basisstation mit einer Donorantenne empfängt und in das Kabelnetz einspeist, oder eine dedizierte Basisstation. Das ist einfacher, kostet weniger und erfordert kaum Wartung, aber das Koaxialkabel dämpft das Signal auf jedem Meter: Ab einer bestimmten Entfernung reicht der Pegel nicht mehr aus. Für Gebäude überschaubarer Größe ist es gut geeignet.

Das hybride DAS verbindet beide Welten: Glasfaser für die Trassenführung, von der zentralen Einheit zu den Remote-Einheiten der einzelnen Zonen, und Koaxialkabel für das letzte Stück bis zu den Antennen. Verstärkt wird dort, wo es nötig ist, passive Komponenten kommen dort zum Einsatz, wo der Verkehr gering ist: ein Kompromiss zwischen Leistung und Kosten, der zu verwinkelten Strukturen wie Krankenhäusern und Campusanlagen passt.

Schema der drei DAS-Architekturen: aktiv über Glasfaser mit Remote-Einheiten, passiv über Koaxialkabel mit Splittern, hybrid mit Glasfaser-Trasse und Koaxialkabel auf dem letzten Stück
Die drei Architekturen im Vergleich: Das aktive DAS verteilt über Glasfaser und verstärkt in den Remote-Einheiten; das passive empfängt das Signal per Funk über einen Off-Air-Repeater und verteilt es über Koaxialkabel und Splitter; das hybride nutzt die Glasfaser für die Trasse und das Koaxialkabel für das letzte Stück.
Aktives DASPassives DASHybrides DAS
ÜbertragungsmediumGlasfaserKoaxialkabel und SplitterGlasfaser + Koaxial
QuelleZentrale Einheit an den BasisstationenOff-Air-Repeater oder dedizierte BasisstationZentrale Einheit an den Basisstationen
VerstärkungAktive Remote-EinheitenKeine in der VerteilungGemischt, je Zone
Überbrückte DistanzenLangDurch die Kabeldämpfung begrenztMittel
MehrbetreiberfähigVon Haus ausMöglich, aber wenig effizientGut
KostenHochÜberschaubarMittel
WartungAktive Geräte zu betreuenMinimalMittel
Typischer EinsatzbereichFlughäfen, Stadien, lange TunnelGebäude überschaubarer GrößeKrankenhäuser, Campusanlagen, gemischte Strukturen

Die Wahl hängt von vier Faktoren ab: den Abmessungen und der Geometrie der Struktur, der Zahl der zu versorgenden Nutzer, dem Budget und der Notwendigkeit, mehrere Betreiber auf derselben Infrastruktur unterzubringen. Ein Blick nach vorn lohnt sich ebenfalls: Eine heute passiv geplante Anlage kann sich zu einer hybriden Architektur weiterentwickeln, und die 5G-Bänder begünstigen die aktiven Architekturen, die mit den neuen Frequenzen besser umgehen.

Mast mit Panelantennen für die Mobilfunkversorgung, mit Hindernisbefeuerung an der Spitze
Die Mastantennen einer Anlage zur Mobilfunkversorgung: der Punkt, an dem das verteilte Signal die Nutzer erreicht.

Wie funktioniert ein DAS?

Ein DAS verteilt das Signal einer zentralen Quelle — einer Mobilfunk-Basisstation oder eines Repeaters — über mehrere Antennen in dem zu versorgenden Bereich. Der Signalweg:

  1. Signalquelle: Das Signal kommt in der Regel von einem Mobilfunkbetreiber oder einer bestehenden Basisstation; es kann sich um einen externen Makromast oder eine Sende-Empfangs-Station (BTS) handeln.
  2. Verteilung: Das Signal wird von einer zentralen Einheit verarbeitet und über Glasfaser oder Koaxialkabel zu den Remote-Einheiten transportiert.
  3. Übertragung: Die Antennen, die an den richtigen Punkten im Gebäude oder im Tunnel positioniert sind, senden das Signal an die Nutzer weiter. Da das DAS den gesamten Raum mit mehreren Antennen abdeckt, überwindet es dicke Wände und Metallkonstruktionen und hält die Versorgung gleichmäßig aufrecht.
  4. Verstärkung: In aktiven DAS halten Verstärker die Signalleistung an jedem Punkt der Struktur konstant und kompensieren so Distanz und Hindernisse.

Wo wird DAS eingesetzt

Flughäfen

Weitläufige Terminals, mehrstöckige Strukturen und dichte Installationen machen die Funkversorgung in Flughäfen schwierig. Das DAS gewährleistet sie vom Check-in bis zu den entlegensten Gates: Passagiere bleiben verbunden, das Personal kommuniziert unterbrechungsfrei, und kritische Dienste — Notfall, Gepäckabfertigung, Fluginformationen — funktionieren überall.

Straßen- und Eisenbahntunnel

Tunnel gehören zu den ungünstigsten Umgebungen für Mobilfunksignale: Erde und Stahlbeton blockieren Funkwellen. Moderne Tunnel nutzen DAS-Netze, um Mobilfunkdienste und Notfallkommunikation über ihre gesamte Länge sicherzustellen — sowohl für Reisende als auch für das Sicherheitspersonal.

Stadien

Bei Zehntausenden von Besuchern bei Veranstaltungen können Mobilfunkmasten allein die Last nicht tragen. Das DAS verteilt das Signal effizient und gibt jedem Zuschauer Zugang zu mobilen Daten — zum Teilen von Videos oder zum Abrufen von Veranstaltungsinformationen.

Große Gebäude

In Hochhäusern decken herkömmliche Mobilfunkmasten aufgrund der Gebäudehöhe und der verwendeten Materialien oft nur die unteren Stockwerke ab. Ein DAS verteilt das Signal gleichmäßig über alle Etagen.

Technische Details: Frequenzen und Komponenten

Frequenzbänder

DAS unterstützt mehrere Frequenzbänder, einschließlich 4G LTE, 5G und Kommunikationsfrequenzen für die öffentliche Sicherheit. Diese Flexibilität macht es geeignet, sowohl die Versorgung für die Öffentlichkeit zu verbessern als auch sicherzustellen, dass Einsatzkräfte in Notfallsituationen kommunizieren können.

Komponenten

  • Antennen: Ein Netz von Antennen an strategischen Punkten maximiert die Signalversorgung.
  • Verkabelung: Glasfaser für lange Strecken, Koaxialkabel für kurze Segmente.
  • Verstärker: In aktiven DAS verstärken Remote-Einheiten das Signal und halten die Versorgung auch weit von der Quelle entfernt aufrecht.
  • Splitter und Kombinierer: Sie teilen das Signal auf mehrere Antennen auf oder führen Signale aus verschiedenen Quellen zusammen.

Installation und Betrieb

Die Realisierung eines DAS erfordert eine sorgfältige Planung der Antennenpositionierung unter Berücksichtigung der Gebäudestruktur, der Materialien und der Nutzerdichte. Dem System wird häufig ein Überwachungswerkzeug wie unser Mobilfunknetz-Analysator TP-CELLX zur Seite gestellt, der die Leistung überwacht und Interferenzen in Echtzeit erkennt. TP-CELLX überwacht die Mobilfunkbänder jedes Betreibers mit den Technologien 2G, 3G, 4G und 5G.

Fazit

Der Bedarf an Konnektivität in großen und komplexen Umgebungen wächst kontinuierlich, und DAS überwindet viele der Grenzen herkömmlicher Mobilfunknetze genau dort, wo es am meisten benötigt wird. Es verbessert Zuverlässigkeit, Signalstärke und Netzkapazität: für Reisende in Flughäfen, für die Versorgung in Tunneln, für Fans in Stadien und für Einsatzkräfte in Hochhäusern ist es längst eine unverzichtbare Komponente moderner Telekommunikation.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Wann lohnt sich ein hybrides DAS?

Wenn die Struktur zu groß für eine vollständig passive Anlage ist, ein durchgehend aktives DAS sich aber nicht rechtfertigen lässt: Die Glasfaser-Trasse erreicht die Remote-Einheiten der einzelnen Zonen, das Koaxialkabel bedient das letzte Stück. Es ist der typische Kompromiss für Krankenhäuser, Campusanlagen und Strukturen mit sehr unterschiedlich stark ausgelasteten Bereichen.

Unterstützt DAS auch 5G?

Ja. Moderne DAS unterstützen mehrere Bänder gleichzeitig, einschließlich 5G-Bänder. In Tunneln und großen Gebäuden sind sie oft der praktischste Weg, 5G dorthin zu bringen, wo externe Masten nicht ausreichen.

Deckt DAS auch die Notfallkommunikation ab?

Ja: Neben den Bändern der Mobilfunkbetreiber kann ein DAS auch die Frequenzen von Notfalldiensten verteilen, beispielsweise TETRA oder DMR. Dies ist in Tunneln und großen Infrastrukturanlagen eine immer häufigere Anforderung.

Wie überwacht man ein DAS?

Mit Werkzeugen wie TP-CELLX, die an kritischen Punkten installiert werden: Sie messen kontinuierlich den Pegel und die Qualität des Signals jedes Bands und alarmieren sofort, wenn die Versorgung nachlässt.

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