Lösungen · Seefunkgeräte und VHF-Seefunk
Funkgeräte im VHF-Seefunkband: Wir realisieren die Küstenfunkstelle, rüsten die Wasserfahrzeuge aus und bringen die Kommunikation auf die Konsole der Leitstelle.
Wir liefern, installieren und warten die Funkgeräte im VHF-Seefunkband für den Hafen- und Küstenbereich: Feststationen im Technikraum, Bordgeräte auf den Wasserfahrzeugen, Antennen und Übertragungsleitungen am Küstenstandort. Wir bringen den VHF-Seefunk an denselben Bedienplatz wie die Funkgeräte des Personals an Land und übergeben dem Kunden die Abnahmemessungen und die Dokumentation der Anlage.

Die Kommunikation mit den Wasserfahrzeugen läuft im VHF-Seefunkband: auf der einen Seite das Bordgerät, auf der anderen ein Festgerät, das an eine Antenne an der Küste angeschlossen ist. Für eine Funkanlage ist das eine aggressive Umgebung: Salz greift Steckverbinder, Halterungen und Verschraubungen an, Feuchtigkeit dringt in nicht abgedichtete Verbindungen ein, und die gesendete Leistung geht auf der Leitung verloren, statt die Antenne zu erreichen. Im Betrieb zeigt sich der Fehler immer auf dieselbe Weise: Der Ruf des Wasserfahrzeugs kommt gestört an oder kommt gar nicht an.
Wir planen und realisieren die Anlage als ein einziges System, von der Küstenfunkstelle bis zum Bedienplatz. Wir beginnen mit der Funkversorgungsstudie für die zu versorgende Wasserfläche und wählen auf dieser Berechnung Position und Bauart der Antenne sowie die Leistung der Geräte. Wir montieren Antennen, Halterungen und Verschraubungen aus korrosionsbeständigen Werkstoffen, rüsten die Wasserfahrzeuge mit den Bordgeräten aus und bringen den VHF-Seefunk auf die Respondr-Konsole, zusammen mit den Funknetzen des Personals an Land.

Was eine VHF-Seefunkanlage schwierig macht.
Die drei Schwierigkeiten, die uns an jeder Anlage im VHF-Seefunkband begegnen, vom Küstenstandort bis zum Bedienplatz.
Versorgung der Wasserfläche
Die Reichweite zu den Wasserfahrzeugen hängt davon ab, wie die Küstenantenne installiert ist: Es zählen die Höhe über dem Meeresspiegel, die freie Sicht auf die zu versorgende Wasserfläche und die Hindernisse auf dem ersten Abschnitt. Ein ohne Funkversorgungsstudie gewählter Standort lässt Funkschattenzonen genau dort, wo die Wasserfahrzeuge manövrieren.
Salz und Feuchtigkeit
Die Geräte des Küstenstandorts arbeiten im Freien, in salzhaltiger Umgebung. Die Korrosion greift Steckverbinder, Halterungen und Verschraubungen an, Feuchtigkeit dringt in nicht abgedichtete Verbindungen ein, und das Stehwellenverhältnis steigt, bis die gesendete Leistung verloren geht. Für das Endergebnis wiegen die Wahl der Werkstoffe und die Abdichtung der Verbindungen ebenso schwer wie das Funkgerät selbst.
Ein von der Konsole getrenntes Gerät
In vielen Anlagen bleibt das VHF-Seefunkgerät außerhalb der Konsole, über die der Bediener mit dem Personal an Land spricht: Wer Dienst hat, muss den Platz wechseln, um zu antworten, und der Ruf geht nicht zusammen mit den übrigen in die Aufzeichnung ein. Die Netze an einem einzigen Bedienplatz zusammenzuführen ist Integrationsarbeit und kein Zubehör des Funkgeräts.
Wie eine VHF-Seefunkanlage aufgebaut ist.
Wer an Bord ist, ruft im VHF-Seefunkband, die Antenne des Küstenstandorts empfängt das Signal, und die Geräte des Technikraums führen es zum Bedienplatz in der Leitstelle.
- Versorgung seewärts
- Der Teil der Wasserfläche, der von der Antenne des Küstenstandorts versorgt wird, dimensioniert mit der Funkversorgungsstudie.
- Funkverbindung
- Die gestrichelte Linie ist die Verbindung im VHF-Seefunkband zwischen dem Bordgerät und der Küstenantenne.
- Geräte des Küstenstandorts
- Die im Technikraum installierten Feststationen, über das Speisekabel mit der Antenne verbunden.
- Leitstelle
- Der Bedienplatz, an dem der VHF-Seefunk und die Funkgeräte des Personals an Land zusammenlaufen, mit der Aufzeichnung der Kommunikation.
Was eine VHF-Seefunkanlage umfasst.
Die Systeme, die wir planen, liefern und installieren, vom Küstenstandort bis zum Bedienplatz in der Leitstelle.
Funkversorgungsstudie und Planung
- Aufnahme des Küstenstandorts und der zu versorgenden Wasserfläche, mit Prüfung der Hindernisse und der verfügbaren Höhe
- Ausbreitungsmodelle und Link-Budget im VHF-Seefunkband, mit der Karte der Versorgung seewärts
- Position der Antenne, Bauart der Antenne und Leistung der Geräte, auf Grundlage der Berechnung gewählt
- HF-Schemata, Grundrisse und Materialliste für die Ausführung und für die Ausschreibung
- Genehmigungsverfahren und Frequenzzuteilung bei den zuständigen Behörden, gemeinsam mit dem Kunden begleitet
Fest- und Bordgeräte
- Feststationen im VHF-Seefunkband für den Technikraum des Küstenstandorts
- VHF-Geräte für die Brücke und Handfunkgeräte für die Wasserfahrzeuge
- Programmierung der Kanäle und der Rufgruppen, vor der Übergabe mit dem Kunden abgestimmt
- Mikrofone, Lautsprecher, Netzteile und Audiozubehör der Arbeitsplätze
- Ersatzgeräte und Ersatzteile nach dem Liefervertrag
Küstenstandort, Antennen und Übertragungsleitungen
- Antennen im VHF-Seefunkband, an Mast oder Gittermast montiert, auf der von der Funkversorgungsstudie geforderten Höhe
- Masten, Gittermasten und Ausleger: Fundamente, Verankerungen und Prüfung der Verschraubungen
- Speisekabel, Steckverbinder und Durchführungen zwischen dem Antennenträger und dem Technikraum
- Filter, Duplexer und Combiner, wo am selben Träger mehrere Funknetze arbeiten
- Schrank oder technisches Shelter für die Geräte, abschließbar und belüftet
Schutz vor der salzhaltigen Umgebung
- Korrosionsbeständige Werkstoffe für Antennen, Halterungen, Abspannungen und Verschraubungen
- Abdichtung und Bandagierung der freiliegenden Steckverbinder, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern
- Geschlossene Schränke und Gehäuse, mit einer für die Exposition an der Küste gewählten Schutzart
- Überspannungsableiter auf den HF-Leitungen und Anbindung von Geräten und Trägern an die Erdungsanlage
- Kontrolle der Oberflächen, der Verschraubungen und der Abdichtungen bei jedem planmäßigen Besuch
Arbeitsplätze in der Leitstelle
- Respondr-Konsole: am selben Bedienplatz der VHF-Seefunk, die Funknetze an Land und die Telefonie
- Gateways und Audioschnittstellen zwischen den VHF-Seefunkgeräten und der Dispatch-Plattform
- Echo- und Rückkopplungsunterdrückung zwischen den nebeneinanderliegenden Arbeitsplätzen des Raums
- Zugänge zur Konsole, vergeben nach der Rolle des Bedieners
- Rufprüfungen auf jedem in Betrieb befindlichen Kanal, gemeinsam mit dem Personal der Leitstelle
Aufzeichnung der Kommunikation
- Gleichzeitige Aufzeichnung aller in Betrieb befindlichen Kanäle, mit der vom Kunden festgelegten Aufbewahrungsdauer
- Suche der Kommunikation nach Datum, Uhrzeit, Kanal, Gruppe und Funkkennung
- Automatische Sicherung der Aufzeichnungen, um Ereignisse auch nach längerer Zeit zu rekonstruieren
- Zugriff auf die Aufzeichnungen, den berechtigten Profilen vorbehalten, mit Protokoll darüber, wer sie einsieht
Verbindungen und Netze an Land
- Anbindung des Küstenstandorts an die Leitstelle über Glasfaser-Backbone oder Mikrowellen-Richtfunkstrecke
- Funknetze des Personals an Land in DMR Tier II und Tier III, Trunking TETRA oder analogem VHF/UHF
- Gemeinsame Rufgruppen zwischen dem VHF-Seefunk und den Teams an Land, gemeinsam mit dem Kunden festgelegt
- Netzgeräte und Rangierschränke des Technikraums, über PoE gespeist
- Vom übrigen Netz getrennter Funkverkehr, mit den Sicherheitskonfigurationen der Geräte
Abnahme, Wartung und Support
- Messungen des Stehwellenverhältnisses und der Dämpfung an Antennen und Speisekabeln
- Verbindungsprüfungen mit den Wasserfahrzeugen bis zur im Projekt vorgesehenen Entfernung
- Wartungsvertrag mit planmäßigen Besuchen und vereinbarten Reaktionszeiten
- Gerätestatus in Track-TP und Kontrolle des Vorhandenseins der Träger mit TP-RFX
- Einsatzbericht mit den erfassten Messwerten und den festgestellten Auffälligkeiten

Häufige Fragen.
Die Fragen, die uns zu dieser Art von Anlage am häufigsten gestellt werden.
Verlängert eine höhere Sendeleistung die Reichweite seewärts?
Fast nie. Im VHF-Seefunkband folgt die Verbindung der Sichtlinie zwischen den beiden Antennen: Liegt zwischen der Küstenantenne und dem Wasserfahrzeug eine Landzunge oder ein Gebäude, holt eine höhere Leistung die Verbindung nicht zurück. Für die Reichweite wiegen die Höhe und die Position der Küstenantenne weit schwerer. Deshalb wird die Versorgung zuvor mit einer Funkversorgungsstudie für die zu versorgende Wasserfläche berechnet und anschließend mit Verbindungsprüfungen auf See überprüft.
Worin unterscheidet sich der VHF-Seefunk von einem DMR- oder TETRA-Funknetz?
Sie dienen zwei verschiedenen Zwecken. Der VHF-Seefunk ist das Band, über das mit den Wasserfahrzeugen gesprochen wird: Die Bordgeräte arbeiten auf gemeinsamen Kanälen, ein Wasserfahrzeug kann den Küstenstandort also rufen, ohne Teil eines privaten Netzes zu sein. Ein DMR- oder TETRA-Netz ist dagegen der Organisation vorbehalten, die es betreibt, und versorgt die Teams an Land, mit eigenen Rufgruppen und eigenen Endgeräten. Im Hafenbereich existieren beide nebeneinander: Deshalb bringen wir den VHF-Seefunk und die Funkgeräte des Personals an Land an denselben Bedienplatz.
Erfordert eine Funkanlage an der Küste mehr Wartung als eine im Landesinneren?
Ja, und die Ursache ist die salzhaltige Umgebung: Das Salz greift Steckverbinder, Halterungen und Verschraubungen deutlich schneller an als an einem Standort fern der Küste. Wie häufig die Besuche stattfinden, hängt davon ab, wie stark der Standort exponiert ist, und wird im Wartungsvertrag gemeinsam mit dem Kunden festgelegt. Bei jedem Besuch prüfen wir Abdichtungen und Verschraubungen, messen das Stehwellenverhältnis der Leitungen und kontrollieren den Zustand der Geräte, sodass beginnende Korrosion erkannt wird, bevor sich die Kommunikation mit den Wasserfahrzeugen verschlechtert.
Kann die VHF-Seefunkantenne an einem bereits mit Antennen belegten Mast installiert werden?
Häufig ja, doch es sind drei Dinge zu prüfen. Das Erste ist die Tragfähigkeit des Trägers, also ob Mast oder Gittermast Last und Windangriff mit einer zusätzlichen Antenne aufnehmen. Das Zweite ist das Nebeneinander der bereits vorhandenen Dienste: Am selben Träger müssen die Antennen im Abstand montiert werden, und wo mehrere Funknetze arbeiten, kommen Filter, Duplexer oder Combiner hinzu. Das Dritte ist die Höhe, denn seewärts hängt die Reichweite von der Installationshöhe der Antenne ab. Die Aufnahme des Küstenstandorts zeigt, ob der vorhandene Träger nutzbar ist oder ob ein neuer nötig wird.
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Für jedes Projekt erstellen wir ein auf die Anforderungen des Kunden zugeschnittenes technisch-wirtschaftliches Angebot — Machbarkeitsanalyse, Funkversorgungsstudie und Planung der Maßnahme.