Flugfunk-Frequenzen: das VHF-Band der Luftfahrt
Die Flugfunk-Frequenzen liegen im VHF-Band zwischen 118 und 136,975 MHz, das weltweit der Kommunikation zwischen Luftfahrzeugen und den Flugverkehrsdiensten vorbehalten ist. Auf diesen Kanälen spricht der Pilot mit dem Tower, mit der Anflugkontrolle und mit anderen Luftfahrzeugen, in Amplitudenmodulation (AM) und in Europa mit einem Kanalabstand von 8,33 kHz. Wir zeigen, wie das Band aufgebaut ist, wer welche Frequenzen nutzt, welche Notfallkanäle es gibt und wo die aktuellen Frequenzen der Flughäfen zu finden sind.
Wie das Band 118–137 MHz aufgebaut ist
Das VHF-Flugfunkband ist ein durch internationale Vereinbarungen geschützter Ausschnitt des Spektrums, koordiniert von der ICAO, der Organisation der internationalen Zivilluftfahrt. Direkt darunter, zwischen 108 und 118 MHz, arbeiten die Funknavigationssysteme (VOR und ILS); ab der Schwelle von 118 MHz beginnt der Sprechfunk.
Die Frequenzen sind nicht in starre Blöcke geteilt: Jeder Flughafen und jede Kontrollstelle erhält eigene Zuweisungen innerhalb des Bands. Einige Verwendungen kehren jedoch regelmäßig wieder:
| Dienst | Wer ihn nutzt | Frequenzen |
|---|---|---|
| Tower (TWR) | Starts, Landungen, Platzrunde | Pro Flughafen zugewiesen, in 118–136,975 MHz |
| Anflugkontrolle (APP) | Reihenfolge der An- und Abflüge | Pro Kontrollbezirk zugewiesen |
| Rollverkehr (GND) | Rollen, Bodenpersonal | Typischerweise zwischen 121,6 und 121,9 MHz |
| ATIS / VOLMET | Automatische Ansagen (Wetter, aktive Piste) | Pro Flughafen oder Gebiet zugewiesen |
| Notfall | Alle | 121,5 MHz, ständig überwacht |
| Luft-Luft | Kommunikation zwischen Piloten | 123,45 MHz in ozeanischen und abgelegenen Gebieten |
Die Reichweite ist die für VHF typische, auf Sichtlinie: In Reiseflughöhe erreicht ein Flugzeug Stationen in bis zu 200 nautischen Meilen Entfernung, am Boden hängt die Versorgung von den Hindernissen ab, wie bei jeder Verbindung im VHF-Band.
Warum die Luftfahrt AM und Kanäle mit 8,33 kHz nutzt
Anders als professionelle Landfunkgeräte, die mit Frequenzmodulation arbeiten, läuft der Flugfunk in Amplitudenmodulation (AM). Das ist kein historisches Überbleibsel: Senden zwei Stationen gleichzeitig, löscht das stärkere Signal das andere bei AM nicht vollständig aus, und der Lotse kann die Überlagerung bemerken. Ein doppelter Vorteil, wenn dieselbe Frequenz Dutzende von Luftfahrzeugen bedient.
Die Kanäle liegen heute 8,33 kHz auseinander: In Europa wurde der alte Kanalabstand von 25 kHz gedrittelt, um die Zahl der verfügbaren Kanäle in einem längst überfüllten Band zu verdreifachen. Bis auf wenige Ausnahmen, die bei 25 kHz geblieben sind, etwa den Notfallkanal 121,5 MHz, müssen die eingebauten Geräte für den Kanalabstand von 8,33 kHz zugelassen sein.
Wer mit wem spricht: vom Tower zum Bodenpersonal
Während eines Fluges wechselt der Pilot mehrfach die Frequenz: Das Rollen wird über die Frequenz des Rollverkehrs koordiniert, Start und Landung über den Tower, die Streckenabschnitte über die Bezirkskontrollstellen.
Das Flugfunkband bleibt jedoch im Wesentlichen der Kommunikation mit den Luftfahrzeugen vorbehalten: Piloten, Kontrollstellen und Betriebsfrequenzen der Fluggesellschaften. Das Bodenpersonal arbeitet auf getrennten professionellen Funknetzen, typischerweise TETRA oder DMR: An einem Flughafen bestehen also zwei Funkwelten nebeneinander, das VHF-Band für den Flugbetrieb und das professionelle Netz für die Abläufe auf dem Vorfeld, zwischen Abstellpositionen und Rollwegen.
Für den Betreiber eines Flughafens besteht die Aufgabe darin, beide Netze an jedem betrieblichen Punkt zu versorgen, vom Vorfeld bis zu den Hangars, und die Kommunikation normgerecht aufzuzeichnen (der Referenzstandard für die Aufzeichnung über IP ist ED-137). Genau darum geht es in unseren Lösungen für Luftfahrt und Flughäfen: Versorgung des Flugfunkbands und der TETRA- und DMR-Netze am Boden, zugelassene Geräte, Aufzeichnung und Wartung mit einem einzigen Ansprechpartner.

Die Notfallkommunikation
Der Kanal 121,5 MHz ist die internationale Notfrequenz der Luftfahrt: Sie wird von den Kontrollstellen ständig überwacht, und viele Luftfahrzeuge hören sie auf dem zweiten Funkgerät mit. Neben den Sprechfunkrufen stehen die Transpondercodes, die einen Notfall auch ohne Worte signalisieren:
| Signal | Bedeutung |
|---|---|
| Mayday | Schwere und unmittelbare Gefahr, absolute Priorität |
| Pan-Pan | Dringende Lage, aber ohne unmittelbare Gefahr |
| Squawk 7700 | Allgemeiner Notfall, über den Transponder gemeldet |
| Squawk 7600 | Funkausfall |
| Squawk 7500 | Widerrechtliche Einmischung an Bord |
Jenseits von VHF: HF und UHF
Das VHF-Band arbeitet auf Sichtlinie und reicht deshalb über den Ozeanen nicht aus: Für interkontinentale Strecken werden HF-Frequenzen genutzt (zwischen 2,8 und 22 MHz), die sich über den Horizont hinaus ausbreiten. Die militärische Luftfahrt nutzt dagegen ein eigenes UHF-Band zwischen 225 und 400 MHz, mit Zuweisungsregeln, die von den zivilen getrennt sind: Das ist der Grund, warum in Suchanfragen häufig „militärische Flugfunkfrequenzen“ als eigene Welt auftauchen.
Wo die aktuellen Frequenzen der Flughäfen zu finden sind
Die Zuweisungen ändern sich im Lauf der Zeit, und die Listen, die im Netz kursieren, veralten schnell. Die offizielle Quelle ist das AIP (Aeronautical Information Publication), das jedes Land über seine Luftfahrtbehörde veröffentlicht: Für jeden Flughafen führt es die aktiven Frequenzen von Tower, Anflugkontrolle, Rollverkehr und ATIS auf. Für die italienischen Flughäfen ist die von ENAV herausgegebene AIP Italia die Referenz. Für den professionellen Gebrauch ist sie die einzige zu verwendende Quelle; jede inoffizielle Tabelle gehört dort überprüft, bevor man sich auf sie verlässt.
Häufig gestellte Fragen
Sind die Flugfunk-Frequenzen in AM oder in FM?
In AM, Amplitudenmodulation. Diese Wahl macht überlagerte Aussendungen erkennbar: Sprechen zwei Stationen gleichzeitig, setzt sich das stärkere Signal durch, die Überlagerung bleibt aber wahrnehmbar, was bei FM nicht der Fall ist.
Welches ist die Notfrequenz in der Luftfahrt?
121,5 MHz, ständig von den Kontrollstellen überwacht. Im militärischen Bereich ist 243 MHz das UHF-Pendant. Dazu kommen die Transpondercodes: 7700 für den allgemeinen Notfall, 7600 für den Funkausfall, 7500 für die widerrechtliche Einmischung.
Ist es erlaubt, den Flugfunk mitzuhören?
Die Rechtslage unterscheidet sich von Land zu Land. In Italien ist das bloße Mithören nicht ausdrücklich unter Strafe gestellt, das Gesetz verbietet jedoch, den Inhalt der Kommunikation weiterzugeben oder zu verwerten, und auf dem Flugfunkband ohne Lizenz und ohne zugelassene Geräte zu senden ist rechtswidrig. Für den professionellen Einsatz braucht es in jedem Fall zugelassene Geräte und die vorgesehenen Genehmigungen.
Wo finde ich die aktuellen Frequenzen der Flughäfen?
Im AIP des jeweiligen Landes, der offiziellen Veröffentlichung der Luftfahrtinformationen: Für jeden Flughafen listet es die aktiven Frequenzen von Tower, Anflugkontrolle, Rollverkehr und ATIS auf. Für die italienischen Flughäfen ist die von ENAV herausgegebene AIP Italia die Referenz; inoffizielle Listen im Netz veralten schnell und gehören immer an der offiziellen Quelle überprüft.
